Donnerstag, 11. Dezember 2014

Die Macht des Faktischen



 

Als Existenzgründer hat man gerne selbst die Fäden in der Hand. Schließlich geht es um das „Baby“, die ureigene Geschäftsidee, den Augenstern. Auch wenn es klischeehaft klingt, dieses Verhalten trifft auf viele Gründer zu, die in meine Beratung kommen. Und das ist auch gut so – bis zu einem gewissen Punkt. Wenn die Macht des Faktischen ihre Wirkung entfaltet, dann nützen auch keine Pläne mehr, weder Plan A noch Plan B. Die Kunst ist, den Zeitpunkt zu erkennen und sich zu arrangieren. Ansonsten verpulvert man wertvolle Zeit wie Don Quichote und Sancho Pansa im Kampf gegen die Windmühlen.

Wenn etwas zu ändern ist: Ändern. Sofort.

Wer die Fäden in der Hand hat, hat die Macht. Sie bestimmen, wohin Ihr Unternehmen läuft. Sie bestimmen, wann Sie was zu welchem Preis kaufen oder verkaufen. Wenn die Situation etwas komplexer wird und andere Geschäftspartner mit im Boot sitzen, kommt es auf ihre Kommunikationsfähigkeiten an. Was in der letzten Generation noch undenkbar war, nämlich ausschließliches Kommunizieren auf schriftlichem Weg, ist für die jungen Wilden von heute an der Tagesordnung. Sie suchen ihre Kunden online, machen online Angebote und chatten virtuell. Das läuft ganz gut, aber richtig gut bezahlte Jobs gehen oft an andere Firmen. Warum das so ist? Weil Sie es mit Menschen zu tun haben, die anders ticken, als Sie.




Alte Hasen vergeben dicke Aufträge

Die alten Hasen sind nach wie vor am Markt, sie haben also auch nach wie vor Einfluss auf das Marktgeschehen. Und nicht selten verwalten sie fette Budgets. Was tun Sie also, wenn wir es mit so einem alten Hasen zu tun haben, der vermutlich aus seiner Biografie heraus den persönlichen oder zumindest telefonischen Kontakt bevorzugt? Erziehen Sie ihn um und zwingen ihn in die Kommunikation per E-Mail, Skype oder Online-Chat? Ja, das können Sie machen, vorausgesetzt Sie wollen kein Geschäft abschließen. 

Sie können sich aber auch der Macht des Faktischen beugen und in seine Welt einsteigen. Rufen Sie an. Fahren Sie hin. Sprechen Sie persönlich. Und hinterlassen Sie einen guten Eindruck. 

Persönlichkeit vor virtueller Präsenz

Viele Auftraggeber schätzen trotz der raschen Entwicklung im Online-Sektor nach wie vor, wenn sie die Menschen kennen, mit denen sie arbeiten. Die persönliche Basis ist manchmal durch nichts zu ersetzen, insbesondere dann, wenn finanziell lukrative Jobs vergeben werden. Sie haben die Zügel in der Hand. Und wer einen Karren lenkt, der viel Umsatzvolumen transportiert, sollte hoch genug sitzen, um das große Ganze im Blick zu behalten.