Donnerstag, 4. Dezember 2014

Existenzgründung von Älteren – Perspektiven für die Generation 45+

In Deutschland liegt das Alter der meisten Existenzgründer zwischen 25 und 44 Jahren. Wer älter ist, wagt selten den Schritt in die Selbstständigkeit. Allerdings zeichnet sich eine steigende Tendenz ab. Grund hierfür sind unter anderem die geburtenstarken Jahrgänge. Diese Generation drängt er im Alter 45+ auf den Markt der Selbstständigkeit und auch Menschen über 55 machen immerhin noch einen Anteil von 10 % am Gründungsgeschehen aus.


Gute Gründe für die Selbständigkeit 45+
Die Gründe für einen späten Start dieser Selbständigkeit sind vielfältig. Zum einen wollen viele Gründer – und das ist ganz unabhängig vom Lebensalter -  ihr eigener Herr sein. Ebenfalls wichtig ist die Motivation, die gewachsene Berufserfahrung weiterzugeben oder eine sehr ausgereifte Geschäftsidee endlich in die Tat umzusetzen.

Ältere Gründer setzen überwiegend auf qualitativ hochwertige Dienstleistungen und stellen ihre eigene Selbstverwirklichung ganz oben auf die Liste.
Weniger groß ist die Gruppe derjenigen, die im Alter arbeitslos sind und aus dieser Position heraus ihr Einkommen oder auch ihre Rente aufbessern wollen. Als Wiedereinstieg in das Berufsleben allerdings wählen insbesondere Frauen nach der Babypause und in Erziehungszeiten im Alter 45+ gerne den Weg in die späte Selbstständigkeit.
Ältere Gründerinnen und Gründer haben in der Tat einige Vorteile.

  • Sie können auf eine umfangreiche Lebenserfahrung zurückblicken,
  • agieren aus einer gefestigten beruflichen Position heraus
  • und verfügen meist über ein sehr gutes berufliches Netzwerk.
  • Führungserfahrung hat sich über die Jahrzehnte entwickelt
  • und auch die finanzielle Decke ist meist so sicher, dass Banken gerne finanzieren.

Probleme bei späten Gründungen
Die typischen Probleme bei der Gründung finden sich eher in fehlendem Know-how nach längerer Berufspause oder im veralteten Wissen. Besonders zu schaffen macht älteren Gründern die Zeitkomponente. Sie stehen im Gegensatz zu den jungen Gründern meist in festen Familienverhältnissen und haben dort eine Reihe von Verpflichtungen zu erfüllen. Die Selbstständigkeit nimmt von dieser Zeit eine Menge weg. Zusätzlich kommt die Angst vor dem Scheitern dazu. Wer spät scheitert, hat kaum noch die Möglichkeit, finanzielle Tiefschläge langfristig auszugleichen.

Diesen speziellen Problemen kann man mit verschiedenen Instrumenten begegnen. Zum einen gibt es eine besondere Gründungsfinanzierung für Ältere, die den besonderen Umständen älterer Gründer Rechnung tragen. Zur Absicherung der neuen beruflichen Situation sollten sich ältere Existenzgründer besonders intensiv mit der Altersvorsorge, mit dem Pfändungsschutz sowie der Wechselbeziehung zwischen Selbständigkeit und Rente beschäftigen. Eine freiwillige Arbeitslosenversicherung ist überdies ebenfalls bedenkenswert.


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Foto: Gabi Eder / pixelio.de