Mittwoch, 29. Juli 2015

Fördern oder fordern? CO2-Reduzierung durch Innovation


Bild 1: Stahl Hochofen in Betrieb
CO2-Emissionen sind in der Umwelt- und Klimapolitik ein wichtiges Thema. Laut DIW Berlin trägt die Stahl- und Zementindustrie zu 38 Prozent zu dem Gesamtvolumen der CO2-Emission in Europa bei. 
Die Analyse von Innovations- und Modernisierungspoten-tialen von CO2-intensiven Materialien ist ein wichtiger Schritt um Emissionen auf lange Sicht zu senken.

Wirtschaftskrise – Chance für Innovation 
Die Wirtschaftskrise zieht mit sich, dass die Nachfrage nach Materialien wie Stahl und Zement stark gesunken ist. Mittelfristig ist in diesem Segment mit keiner Besserung zu rechnen. Die Energie- und Klimapolitik könnte diese Situation nutzen, um Innovationen in den Bereichen Produktionsprozesse und klimaeffiziente Materialien voranzutreiben. Ein entscheidender Punkt zur Förderung der Initiative ist der Einbezug von Zwischen- und Endkunde. Das geschieht durch einen erhöhten CO2-Preis, was mit dem vorgeschlagenen Carbon-Leakage-Schutz der EU-Kommission aktiv verhindert wird. 

Was umfasst der Leakage-Schutz? Der Schutz beinhaltet, dass Unternehmen, die ihre Produktion aufgrund der CO2-Bestimmungen ins Ausland verlagern würden, kostenlos Emissionszertifikate erhalten. Die Kunden würden keine preislichen Veränderungen spüren, was zur Folge hat, dass keinerlei finanzielle Anreize zur Modernisierung oder gar Innovation bestehen. Eine denkbar ungünstige Situation für die Branche und die hinlänglich kommunizierten Förderzielen von Bund und Ländern, von den Auswirkungen auf die Umwelt ganz zu schweigen. 


Bild 2: Arbeiter arbeitet mit Zement auf einer Baustelle

Demonstrationsanlagen und Roadmaps zur CO2-Reduzierung 
Die Europäische Initiative ULCOS hat erste Schritte unternommen, um CO2-armen Stahl herzustellen. Die Ansätze waren sehr vielversprechend - bis die öffentliche Förderung auslief. Der Bau von geförderten Demonstrationsanlagen könnte die nötigen Informationen zur Anpassungen von notwendigen Normen und Standards liefern. Diese Informationen würden helfen, Marktzugangsbarrieren abzubauen, die innovativen Materialien und Prozessen im Wege stehen.

Sogenannte Roadmaps, die Europäische Verbände CO2-intensiver Materialhersteller konzipiert haben, könnten die Emissionen bis 2050 um 80 Prozent reduzieren. Die daraus resultierende erleichterte Koordination von Innovationsförderung in Kombination mit einer spürbaren CO2-Preisanpassung schafft eine Perspektive für Investition und Modernisierung klimafreundlicher Materialien. 

Allerdings darf die Frage gestellt werden, ob ein finanzieller Anreiz durch Fördergelder das probate Mittel ist, um umweltschonende Techniken und Verfahren entwickeln zu lassen. In anderen Bereichen schreiben gesetzliche Regelungen vor, welche technischen Mindestanforderungen zu erfüllen sind. 


Bildquellen: 
Bild 1: pixabay @ zephylwer0 (CC0 Public Domain) 
Bild: 2: pixabay @ skeeze (CC0 Public Domain)