Dienstag, 9. Februar 2016

Jugendhilfe – in die Zukunft investieren


Der Bereich Kinder- und Jugendhilfe gewinnt immer mehr an Bedeutung. Darauf müssen auch die Kommunen bei der Planung ihrer Haushalte reagieren. Eine Vorreiterrolle nimmt in dieser Hinsicht zur Zeit die Stadt Emmerich ein. Der dortige Stadtrat beschäftigt sich auf Empfehlung des Jugendhilfeausschusses mit der Bewilligung eines entsprechenden Zuschusses in Höhe von insgesamt etwa zehn Millionen Euro.
Abbildung 1: Sind die Eltern berufstätig, verbringen die Kinder häufig viel Zeit in einer Tagesstätte. 
Wie soll das genutzt werden?

Abbildung 2: Fördergelder für Kinder sind gut 
investiertes Geld. Mit Blick auf die horrenden 
Summen, die in anderen Bereichen fließen, 
dürfte es ruhig ein bisschen mehr sein. 
Der Vorschlag, der zur Diskussion steht, sieht eine breit gefächerte Verteilung der Fördergelder vor.  Auf die konkrete Kinder- und Jugendarbeit vor Ort würde demnach nur eine verhältnismäßig geringe Summe von etwa 250.000 Euro entfallen. Weitaus deutlicher würde das Schaffen zusätzlicher Plätze in Kindertagesstätten und Einrichtungen zur Tagespflege zu Buche schlagen: geplant sind hier 3,7 Millionen Euro.

Noch dringender scheinen die Fördergelder aber in der ambulanten und stationären Jugendhilfe benötigt zu werden. Da zum Beispiel Heimunterbringungen immer teuer werden, die Zahl der unterzubringenden Kinder und Jugendlichen aber zeitgleich stetig ansteigt, sollen hier etwa 5,2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Das Argument, dass vor allem die Unterbringung minderjähriger Flüchtlinge die Gesamtkosten in die Höhe treiben würden, wird entkräftet, denn: anders als bei der generellen Unterbringung von Asylbewerbern übernimmt das Land die Kosten für die Heimunterbringung minderjähriger Flüchtlinge in voller Höhe.

Weitere 437.000 Euro sollen für anderweitige Hilfsangebote für junge Menschen sowie junge Familien genutzt werden. Immerhin etwa 180.000 Euro stehen für die Finanzierung von Vormundschaften bereit.

Zukünftig wird nach Nutzung abgerechnet

Darüber hinaus sind bereits Änderungen bezüglich der Bezuschussung der außerschulischen Jugendarbeit beschlossen worden. Die Betriebskosten für Räumlichkeiten sollen in Zukunft nicht mehr ausschließlich nach der jeweiligen Gesamtfläche sondern vielmehr nach der eigentlichen Nutzung gefördert werden. Die Einrichtungen sind daher aufgefordert, genau zu dokumentieren, wie viele Kinder und Jugendliche die Angebote vor Ort in Anspruch nehmen.

Quellen:
Bild 1: pixabay.com @ Unsplash (CC0 Public Domain)
Bild 2: pixabay.com © Gaertringen (CC0 Public Domain)