Dienstag, 26. Januar 2016

Die Energiewende auf Deutschlands Straßen



Umweltfreundliche Autos mit Elektroantrieb werden demnächst stärker gefördert.
Bundesregierung peilt die 1-Millionen-Marke an
Die Energiewende umfasst nicht unbedingt nur Themen wie die Wind- und Solarenergie, sondern kann schon im Kleinen, zum Beispiel auf der Straße, beginnen. Die Bundesregierung hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, dass im Jahr 2020 eine Millionen elektronisch betriebene Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs sein sollen. Allerdings läuft der Verkauf der Elektroautos aktuell noch äußerst schleppend. Ein Nichterreichen der Quote bis 2020 wäre nicht nur ein Rückschlag für die Energiewende, sondern auch heikel für eine Nation wie Deutschland, die sich international an vorderster Front für Klimaschutz einzusetzen versucht. 

Der „Umweltbonus“
Aus diesem Grund ist seit einiger Zeit ein Förderpaket für die Elektroautobranche im Gespräch. Auf einer Sitzung des Lenkungskreises Elektromobilität wurde nun im Herbst 2015 der sogenannte „Umweltbonus“ beschlossen. Mit einen Betrag von bis zu 5.000 Euro sollen die vergleichsweise hohen Anschaffungskosten für Elektroautos gemildert werden. Dass die deutschen Verbraucher durchaus empfänglich für finanzielle Hilfe dieser Art sind, hat die im Volksmund als „Abwrackprämie“ bekannte Fördermaßnahme aus dem Jahr 2009 gezeigt. 

Zwei Modelle zur Finanzierung
Doch wie soll das Programm finanziert werden? Branchenkenner meinen, dass die Erhöhung der Mineralölsteuer recht wahrscheinlich ist. Von einem Betrag in Höhe von 1 Cent pro Liter ist die Rede. Auf diese Weise würden alle Autofahrer zur Kasse gebeten werden. Ein anderes denkbares Finanzierungsmodell sieht vor, dass die KFZ-Steuer auf Grundlage des Kohlendioxidausstoßes eines Fahrzeuges berechnet wird. Das würde bedeuten, dass  Halter von großen, wenig umweltfreundlichen Autos deutlich mehr bezahlen müssten, als zum Beispiel Fahrer von Elektromobilen. Allerdings stößt dieses Modell auf immensen Widerstand in der Automobilindustrie. 

Ladestationen gibt es bereits einige. Bis zur flächendeckenden
Versorgung ist es aber noch ein weiter Weg.

Gesetz ist in Sicht
Nichtsdestotrotz besteht Hoffnung auf eine zeitnahe gesetzliche Regelung, ein entsprechendes Regierungsprogramm ist bereits auf dem Weg. Darin soll unter anderem festgeschrieben werden, dass das Netz von Ladestationen bundesweit ausgebaut wird. Außerdem ist eine Quote von dreißig Prozent für Neuanschaffungen im Fuhrpark des öffentlichen Dienstes geplant. 

Hinweis auf dem Nummernschild
Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt machte zudem vor kurzem mit dem Vorschlag Schlagzeilen, Elektroautos mit einem „E“ im Nummernschild zu kennzeichnen. Wer ein solches Nummernschild an seinem Auto trägt, solle schon bald keine KFZ-Steuer mehr zahlen müssen und dürfe außerdem kostenlos parken und Busfahrspuren nutzen. 

Norwegen macht es vor
Eine Vorbildfunktion nimmt in diesem Zusammenhang Norwegen ein. Nirgendwo auf der Welt ist ein solcher Elektroauto-Boom auszumachen wie im Land der Fjorde. Zu diesem Erfolg hat nicht zuletzt der norwegische Staat mit umfangreichen Förderprogrammen, zu denen ebenfalls freies Parken und das Nutzen von Busfahrspuren gehören, einen enormen Beitrag geleistet.


Quellen:
Bild 1 : pixabay.com © Nthss220 (CC0 Public Domain)
Bild: pixabay.com @ afrndz (CC0 Public Domain)